Niederlage trotz starkem Schlussspurt
TSV Dachau 65 vs. ttc berlin eastside 6:4
Nach den beiden überraschend einseitigen Partien am Samstag, musste eigentlich zur Abrundung des Wochenend-Spieltags in der 1. Bundesliga Damen noch ein Krimi folgen. Tatsächlich erlebten etwas über 160 Tischtennisfans am Sonntagnachmittag in Oberbayern einen solchen. Der Tabellenzweite Dachau konnte sich, trotz eines starken Schlussspurts der Berlinerinnen, die beinahe noch einen 0:4-Rückstand wettgemacht hätten, mit 6:4 gegen den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger in einem hochklassigen Duell durchsetzen.
Der Gastgeber legte einen tollen Start hin. Zunächst wurden beide Doppel gewonnen: Seoyoung Byun/Koharu Itagaki besiegten Sabina Surjan/Josi Neumann mit 3:1, Sabine Winter/Naomi Pranjkovic die Berlinerinnen Yuka Kaneyoshi/Mia Griesel mit 3:2. Das vordere TSV-Paarkreuz trumpfte anschließend auf: Defensiv-Ass Seoyoung Byun ließ Sabina Surjan keine Chance, und eine ganz starke Sabine Winter brachte der jungen Japanerin Yuka Kaneyoshi – ebenfalls in drei Sätzen – die erste Niederlage in Deutschland bei. 4:0 zur Pause, Dachau schien auf einen Kantersieg zuzusteuern.
Doch im zweiten Abschnitt der unterhaltsamen Partie wandelte sich das Bild: Berlin trat nun stärker, konsequenter und selbstbewusster auf, die Dachauerinnen zeigten sich beeindruckt. Im umkämpften Duell der 15-jährigen DTTB-Nachwuchs-Asse setzte sich Josi Neumann mit 11:9, 13:11 und 12:10 gegen Koharu Itagaki durch. Allerdings sorgte eine überzeugende Naomi Pranjkovic, die mit ihrer wohl besten bisherigen Saisonleistung aufwartete, mit einem 3:2 über Mia Griesel dafür, dass der alte Abstand einstweilen bestehen blieb, doch Berlin hatte noch einiges im Köcher.
Zunächst punktete das Spitzenpaarkreuz des ttc eastside doppelt. Yuka Kaneyoshi zeigte beim 9:11, 11:9, 11:7, 12:10 gegen Seoyoung Byun, dass sie – nachdem sie sich mit Sabine Winters Antitop-Spiel schwergetan hatte – gut gegen Abwehr kann. Und Sabina Surjan glänzte, ein wenig überraschend, gegen Winter und überließ der deutschen Nationalspielerin ebenfalls nur einen Satz. 3:5 aus Berliner Sicht, sollte da noch etwas gehen?
Das hintere Paarkreuz musste es erweisen. Und da ging es nochmals hoch spannend zu, denn Koharu Itagaki konnte eine 2:0-Satzführung gegen Mia Griesel nicht ins Ziel bringen, der vierte Punkt für die Gäste. Doch die bärenstarke Naomi Pranjkovic war an diesem Tag einfach nicht zu schlagen, entschied auch das umkämpfte Match gegen Josi Neumann mit 14:12, 13:11 und nochmal 13:11 zu ihren Gunsten und bescherte ihre Team damit den siebten Saisonsieg.
Weinheim und Kolbermoor zum Schlußspurt
Der ttc berlin eastside bleibt mit 7:13 Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz. Für die Play-offs ist man qualifiziert und geht da zunächst in der Viertelfinal-Runde Ende April an die Tische. In der Punktrunde hat man noch zwei schwere Heimspiele vor der Brust und könnte sich im Erfolgsfall noch um einen oder zwei Plätze verbessern. Man empfängt noch Weinheim am 22.03. und Kolbermoor am 04.04.
Die Einzelergebnisse:
Doppel
Seoyoung Byun / Koharu Itagaki vs. Sabina Surjan / Josephina Neumann 3:1 (12:10, 10:12, 11:4, 11:3)
Sabine Winter / Naomi Pranjkovic vs. Yuka Kaneyoshi / Mia Griesel 3:2 (11:7, 11:9, 7:11, 8:11, 11:6)
Einzel
Seoyoung Byun vs. Sabina Surjan 3:0 (11:7, 11:5, 11:7)
Sabine Winter vs. Yuka Kaneyoshi 3:0 (11:8, 11:;7, 11:8)
Koharu Itagaki vs. Josephina Neumann 0:3 (9:11, 11:13, 10:12)
Naomi Pranjkovic vs. Mia Griesel 3:2 (12:10, 9:11, 11:6, 10:121, 11:5)
Seoyoung Byun vs. Yuka Kaneyoshi 1:3 (11:9, 9:11, 7:11, 10:12)
Sabine Winter vs. Sabina Surjan 1:3 7:11, 13:11, 7:11, 9:11)
Koharu Itagaki vs. Mia Griesel 2:3 (14:12, 11:7, 10:12, 6:11, 4:11)
Naomi Pranjkovic vs. Josephina Neumann 3:0 (14:12, 13:11, 13:11)
Text: Dr. Roscher/ eastside