Champions League Finale 2025
„Es wurde Zeit, dass wir mal wieder gewinnen“
TTC Eastside holt zum sechsten Mal den Titel in der Champions League
Eastside hat in dieser Saison mehrere erfolgreiche Aufholjagden gestartet. Im Finale machen die Berlinerinnen aber früh alles klar. Nun ist sogar noch das Triple möglich.
Beitrag von Sebastian Schlichting, © DER TAGESSPIEGEL (13.06.2025)
Der letzte Rückhandschlag von Charlotte Lutz landete im Netz. Ihre Gegnerin Mia Griesel vom ttc berlin eastside hob sofort die Hand, als Entschuldigung für eine Netzberührung im Laufe des Ballwechsels. Erst danach drehte sich Griesel jubelnd zur Bank um. Dort lagen sich schon ihre Teamkolleginnen und Manager Andreas Hain in den Armen.
Durch Griesels Sieg hieß es 2:1, das reichte nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel des Champions-League-Finals im Tischtennis vor einer Woche. Das Endergebnis von 3:2 für Metz TT spielte am Donnerstagabend nur noch für die Statistik eine Rolle. Schon zuvor hatte im Complexe Sportif Saint Symphorien festgestanden: Der tc berlin eastside hat zum sechsten Mal in der Klubgeschichte den wichtigsten Vereinstitel gewonnen.
Vor etwa 1200 Zuschauern fungierte Nina Mittelham wegen ihrer Rückenverletzung erneut als Trainerin. Sabina Surjan verlor das Auftakteinzel gegen Mariia Tailakova klar.
Doch dann kam Shan Xiaona. Im Hinspiel musste sie sich Adina Diaconu noch geschlagen geben, diesmal gewann sie deutlich. „Nana hat unglaublich gut gespielt“, sagte Manager Andreas Hain am Freitagvormittag. Danach bewies Griesel Nervenstärke, die 19-Jährige war in ihrer ersten Saison auf dem höchsten europäischen Niveau erneut im Tie-Break erfolgreich.
Nach der Siegerehrung ergab sich ein kleines Problem. „Wenn wir in fremden Hallen den Titel holen, gibt es danach dort nichts mehr zu essen (laut ETTU Regelwerk lädt der Gastgeber die Gästemannschaft zum gemeinsamen Essen ein, Anm. der eastside Redaktion). Das kennen wir schon“, erzählt Hain lachend. „Metz hat lieber ausgiebig den Gewinn der französischen Meisterschaft gefeiert. Das war etwas eigenartig.“
Aber bei eastside waren sie flexibel – und gingen mangels wirklicher Alternativen zu späterer Stunde zu Mc Donald‘s. Immerhin. Beim letzten Triumph in der Champions League im Dezember 2020 zur Hochzeit der Coronapandemie musste in Linz auf Chips und Getränke von der Tankstelle zurückgegriffen werden.
Ruhepausen gab es zuletzt so gut wie gar nicht
Eine ausufernde Party gab es auch diesmal nicht, berichtet Hain: „Die Spielerinnen waren einfach leer, die letzten zwei Wochen waren in allen Bereichen sehr anstrengend.“ Ein Termin jagte den nächsten, Ruhepausen gab es so gut wie gar nicht.Aber am Ende ist es der erste Titel in der Champions League seit über vier Jahren geworden. „Es wurde Zeit, dass wir mal wieder gewinnen“, sagt Hain. In der vorigen Saison hatte der Verein aus terminlichen Gründen auf die Teilnahme verzichtet. Diesmal sollte angegriffen werden. Mindestens Halbfinale, lautete wie immer das Minimalziel. Was wie immer hieß, dass es gern mehr sein darf. Danach sah es zunächst nicht aus. Im Viertelfinale gelang gegen UCAM Cartagena aus Spanien eine Aufholjagd, im Halbfinale gegen KTS Tarnobrzeg (Polen), das Überfliegerteam der letzten Jahre, schien aber nichts mehr zu machen zu sein. 1:3 zu Hause, Mittelham verletzt. Präsident Alexander Teichmann sprach vor dem Rückspiel davon, dass es vor allem darum gehe, die Sache mit Anstand über die Bühne zu bringen. Aber in Tarnobrzeg erwischte Eastside bei der von beiden Teams frei wählbaren Aufstellung die perfekten Konstellationen und danach einen Abend, wie es ihn nur alle paar Jahre mal gibt, wenn überhaupt: 3:0 und dann 2:0 im Golden Match. Vor dem Coup in Tarnobrzeg wäre es keine große Überraschung gewesen, wenn sich Eastside vorzeitig aus Champions League und Bundesliga in die Sommerpause verabschiedet hätte. Nun ist sogar einmal mehr das Triple möglich, das Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den TTC Weinheim findet Ende Juni statt. „Aber schon jetzt ist es eine großartige Saison. Die Champions League steht über allem“, sagt Hain.
Nach getaner Arbeit – Die Mannschaft feiert mit den mitgereisten Fans: Nina Mittelham, Xiaona Shan, Sabina Surjan, Mia Griesel, Josi Neumann, Bernd Guder, dahinter Andreas Hain und Viet Anh Tran (Jugendwart des ttc berlin eastside, der die Mannschaft bei dem legendären Match in Tarnobrzeg betreut hat (Danke für den Super-Job) und Thilo Fröde. Vorne eastside Präsident Alexander Teichmann (nach Champagner-Dusche) und eastside Ehrenmitglied Margrit Muskewitz). Das Bild verdanken wir Sven Neumann, Josis Vater.
Champions League Finale 2025
„ttc berlin eastside schreibt Tischtennis-Geschichte“
Beitrag von Dr. Stephan Roscher
Ein historischer Tag für das deutsche Damentischtennis. Am Donnerstagabend sicherte sich der ttc berlin eastside zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte den Sieg in der Champions League. Zuletzt hatte man Europas Thron im Jahr 2021 bestiegen. Nach dem grandiosen Halbfinal-Erfolg gegen Titelverteidiger Tarnobrzeg und dem 3:1-Sieg im Finalhinspiel, konnte man in Metz den Sack zumachen und die verdiente Ernte für eine bis dahin großartige Saison einfahren.
Mia Griesel führt Berlin zum Titel
Bis zuletzt hatte eastside-Manager Andreas Hain eindringlich davor gewarnt, den Tag vor dem Abend zu loben: „Alle Matches sind keine Selbstläufer und es kann ganz schnell gehen, dass man am Ende nichts gewinnt. Wir überperformen seit Wochen und hoffen, dass das weiter anhält.“ Und er sollte insofern Recht behalten, als es tatsächlich nochmals ein heißer Tanz wurde. Doch die Spielerinnen nahmen die Herausforderung an und zeigten vom ersten Ballwechsel an unbändigen Siegeswillen.
Nach dem Heimspielsieg vor einer Woche musste man in Lothringen zwar eine 2:3-Niederlage hinnehmen, jedoch hatte das Endergebnis letztlich kaum Aussagekraft. Nach dem Punkt zur 2:1-Führung durch die erneut überragende Mia Griesel (3:2 gegen Charlotte Lutz) war nämlich alles entschieden, sodass die Luft raus war. Eine 19-jährige, die letzte Saison noch in der 2. Liga am Ball war, hatte Europas Königsklasse 2025 entschieden! Dies ist eine signifikante Headline des diesjährigen Wettbewerbs, die natürlich die starken Leistungen ihrer Kolleginnen nicht schmälern soll – auch Xiaona Shan und Sabina Surjan sowie Nina Mittelham haben Großes geleistet und nur in einem ausgeglichenen, harmonischen Team war dieser Erfolg möglich.
Vor Jungnationalspielerin Griesel muss man dennoch den Hut ziehen. Wie sie sich in wenigen Monaten gesteigert hat, ist ein Lehrstück dafür, was im Tischtennissport möglich ist, wenn man, bei entsprechendem Talent, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen trifft. Der Wechsel Griesels von Tostedt in die Hauptstadt war fraglos eine solche. In der Königsklasse hat sie zuletzt Fu Yu und nun zweimal binnen einer Woche Charlotte Lutz geschlagen, die in der Weltrangliste noch – Betonung auf noch – 127 Plätze vor ihr steht.
Und das war gerade in Metz nicht einfach. Es stand 1:1 und der Gegner sah noch eine reale Chance, das Finalduell zu drehen und ins Golden Match zu gelangen. Die Kulisse war voll da und jeder Punkt für Lutz wurde frenetisch bejubelt. Doch was Griesel in den letzten Wochen und Monaten so ausgezeichnet hatte, diese unglaubliche Nervenstärke in engen Spielsituationen auch in extrem wichtigen Matches, hatte auch diesmal Bestand. Zweimal geriet Berlins Nummer drei in Satzrückstand, zweimal schlug sie zurück und glich aus (8:11, 11:9, 5:11, 11:9), sodass es zum Entscheidungsdurchgang kam, der in der Champions League als Kurzsatz gespielt wird. Und da blieb die junge Norddeutsche cool und gelassen und brachte den Satz mit 6:4 nach Hause – und verbuchte somit den entscheidenden Punkt zum Champions-League-Sieg des ttc berlin eastside
Shan hoch fokussiert, Diaconu diesmal chancenlos
Vor Griesel hatte bereits Xiaona Shan für einen ganz wichtigen Zähler für die Hauptstädterinnen gesorgt, die der Rumänin Adina Diaconu beim 11:7, 11:5, 11:5 keine Chance ließ. Eine unglaubliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Hinspiel, bei dem Shan gegen dieselbe Kontrahentin noch in vier Sätzen den Kürzeren gezogen hatte. Der Erfolg der Penholder-Spielerin war weichenstellend für ihr Team, denn das Auftaktmatch war klar an die Gastgeberinnen gegangen. Sabina Surjan konnte ihre Topleistung aus dem Hinspiel nicht wiederholen und musste der Russin Mariia Tailakova nach einem 6:11, 9:11, 9:11 gratulieren. Dennoch war auch der Anteil der 25-jährigen Serbin am Titelgewinn gewaltig. Durch ihre Siege gegen Lutz und Diaconu im Hinspiel hatte die spielstarke Linkshänderin das Tor zum Titel weit aufgestoßen.
Der weitere Verlauf des Finales nach Griesels „Punkt für die Ewigkeit“ war letztlich nur noch kosmetischer Natur. Tailakova glich mit einem kampflosen Sieg gegen Shan aus. Und die eingewechselte Luxemburgerin Sarah De Nutte besiegte die ebenso eingewechselte Josi Neumann, die gut spielte und dem Sieg sehr, sehr nahe war, im letzten Match mit einem einzigen Punkt Vorsprung im Entscheidungsdurchgang – für das französische Team jedoch war der Gesamtsieg ja längst außer Reichweite.
Berlinerinnen krönen Marathon-Saison und können noch das Triple schaffen
Nach einer Marathon-Saison in Europas Königsklasse mit sage und schreibe 16 Partien und teilweise herausragenden Auftritten, konnten die Berlinerinnen hochverdient den Siegespokal in Empfang nehmen. Allein schon die Performance beim Titelverteidiger in Tarnobrzeg am 25. April war traumhaft, als man sich mit der jungen Truppe, nach der 1:3-Hinspielniederlage mit dem Rücken zur Wand stehend, gegen die mit allen Stars angetretenen Polinnen durchsetzte. Und wie, nämlich mit 3:0 im regulären Spiel und 2:0 im Golden Match. Ein Spiel, wie es auch Topmannschaften nur alle Jubeljahre einmal gelingt. Auch wenn es nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Titel war, hatte man sich mit dieser Weltklasseleistung eigentlich schon Europas Krone verdient.
Umso schöner, dass man sieben Wochen später tatsächlich den Thron besteigen konnte. Und das nach einer tollen, anfänglich aber auch schwierigen Saison, in der man nicht auf die großen Namen setzte, sondern junge Talente gezielt aufbaute und zunächst gerade in der Bundesliga manchen Rückschlag hinnehmen musste. Bis dann in der zweiten Hälfte der Rückrunde ein Dreamteam zusammenfand, das seitdem von Sieg zu Sieg eilt.
Zwei Titel haben die eastside-Asse in dieser Saison bereits errungen, bekanntlich wurde Anfang Januar der DTTB-Pokal in Sinzheim gewonnen, nun könnte es sogar noch das Triple werden. Dazu muss man aber das starke Team des TTC 46 Weinheim in den Meisterschafts-Endspielen am 27. und 29.06. auf Distanz halten. Eine 50:50-Sache, gewiss stark von der Tagesform und dem immer nötigen Quäntchen Glück abhängig. Nun geht man als Champions-League-Sieger in die Finalserie, was sicher Rückenwind verleiht.
Text: Dr. Stephan Roscher
Champions League Finale 2025
Die Entscheidung
Metz TT vs. ttc berlin eastside
12. Juni 2025 · 18.30 Uhr
Die Tischtennisfrauen des TTC Eastside Berlin gehen als Favorit ins Final-Rückspiel um den Champions-League-Titel. Nach dem 3:1 im Hinspiel können sich die Berlinerinnen am Donnerstag (19.30 Uhr) bei TT Metz sogar eine 2:3-Niederlage erlauben.
Die Französinnen wiederum müssen mit 3:0 oder 3:1 gewinnen, um noch ein Golden Match zu erzwingen, in dem in drei ausgelosten Duellen mit Kurzsätzen zwei Siege eines Teams den Gewinner ermitteln. Eastside hatte nach diesem Modus das Halbfinale gegen Titelverteidiger Tarnobrzeg (Polen) gewonnen.
Eastside steht nach 2012, 2014, 2016, 2017 und 2021 vor dem sechsten Gewinn der Königsklasse. Metz stand bislang erst einmal im Finale und verlor 2023 gegen Tarnobrzeg.
Hoffnung auf Nina
Die Berlinerinnen hoffen, dass die zuletzt angeschlagene Nina Mittelham, die im Hinspiel die Eastside-Spielerinnen überzeugend coachte, nun wieder an der Platte eingesetzt werden kann.
Eastside-Manager Andreas Hain ist zuversichtlich, aber warnt auch: „Alle Matches sind keine Selbstläufer und es kann ganz schnell gehen, dass man am Ende nichts gewinnt. Wir überperformen seit Wochen und hoffen, dass das weiter anhält.“
„Wir haben heute (11.06., Anm.d.Red.) sehr gut trainiert. Alle sind gut drauf und sehr konzentriert. Letzte Woche haben wir uns einen kleinen Vorteil erspielt, mehr aber auch nicht. Wir wissen, was wir können, wir wissen aber auch, welche Qualität unsere Gegnerinnen haben. Wir gehen morgen mit viel Selbstbewusstsein und mit genauso viel Respekt ins Match und werden alles daransetzen, die Champions League zu gewinnen,“ so Nina Mittelham, die sich in Metz mit Josi, Mia, Sabina und Nana auf das Final-Rückspiel in Metz vorbereitet.
Wir drücken unserer Mannschaft aus der Ferne alle Daumen …
Champions League Finale 2025
Hinspiel
5. Juni 2025 · 18.30 Uhr
TT DOME HEYSE25
ttc berlin eastside vs Metz TT 3:1
Sabina Surjan überragt beim Final-Hinspiel
Am Donnerstagabend gelang dem ttc berlin eastside vor heimischem Publikum ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Titelgewinn – es wäre der sechste des Hauptstadtklubs in Europas Königsklasse. Natürlich ist noch nichts entschieden, doch lastet nach dem 3:1-Erfolg der Berlinerinnen nun erheblicher Druck auf Metz TT, das im Rückspiel in einer Woche mit 3:0 oder 3:1 gewinnen muss, um ein Golden Match zu erzwingen. Schon eine 2:3-Niederlage würde dem ttc eastside genügen, um Europas Thron zu besteigen. Sabina Surjan überragte beim Sieger und gewann ihre beiden Matches. Auch Mia Griesel bot erneut eine sehr starke Leistung und punktete für ihr Team.
Die 420 Zuschauer in der ausverkauften „Heyse25“ erlebten eine spannende Partie auf richtig gutem Niveau. Es war – ohne die noch nicht wieder einsatzfähige Nina Mittelham, die allerdings ihre Mannschaft coachte – eine enge, phasenweise sehr umkämpfte und alles andere als einseitige Begegnung. Zwei Matches gingen über die volle Distanz, beide Male zeigten die eastside-Asse das bessere Nervenkostüm und gewannen. Lediglich bei der erfahrensten Berlinerin, Xiaona Shan, lief es nicht ganz rund. Die Penholderspielerin verlor das enge Match gegen Adina Diaconu, die Nummer eins der Französinnen, mit 1:3.
Surjan bringt ihr Team in Front
Doch zunächst war Sabina Surjan an der Reihe, die heute für die Spitzenposition nominiert war. Gegen die französische Nationalspielerin Charlotte Lutz, mit 19 Jahren die jüngste Spielerin bei Metz, entwickelte sich ein abwechslungsreiches Match mit gutem Spannungsfaktor. Anfänglich schien alles für Berlins Serbin zu laufen, die zuletzt bei den deutschen Halbfinal-Play-offs gegen Dachau einige Einzel kampflos hergab, um ihren leicht lädierten Schlagarm nicht überzustrapazieren. Eine gute, sinnvolle Entscheidung, nicht nur, weil ihrem Team dennoch recht souverän der Einzug ins Meisterschaftsfinale gelang.
Dass es vernünftig war, kein unnötiges Risiko einzugehen, zeigte sich heute im Lauf des Matchs gegen die Weltranglisten-80. Lutz. In den beiden ersten Sätzen hatte Surjan nämlich das Heft klar in der Hand und punktete immer wieder mit starken, platzierten Vorhandbällen. Als sie nach ihrer 2:0-Satzführung jedoch einen Tick nachließ, kam die Französin besser auf und gelangte zum Satzausgleich. Es ging in den Entscheidungssatz und jedem in der Halle war klar, dass es hier um einen auch psychologisch ganz wichtigen Punkt ging. Surjan war wieder voll da und zeigte keine nervliche Schwäche, während ihre Gegnerin etwas nervös wirkte. Mit 6:3, der Entscheidungsdurchgang wird in der Champions League als Kurzsatz gespielt, war Berlins Linkshänderin obenauf und sicherte ihrem Team die erlösende Führung.
„Bis zum 2:0 war ich sehr zuversichtlich, aber danach habe ich aufgehört, das Spiel zu machen, und war zu passiv. Und deshalb stand es plötzlich 2:2“, meinte die 25-jährige Serbin. „Nach dem 2:2 habe ich aber meine Spielweise geändert und wieder aggressiver agiert. Ich denke, das war der Schlüssel. Und natürlich auch die tolle Atmosphäre in der Halle.“
Shan muss Diaconu gratulieren
Im zweiten Match des Abends zeigte indes die 25-jährige Rumänin Adina Diaconu, weshalb sie maßgeblichen Anteil am Finaleinzug ihres Teams hatte. Diaconu gelang beim 3:1 über Xiaona Shan bereits der neunte Einzelerfolg in der laufenden Champions-League-Saison – ein einziges Match hatte sie bis dahin verloren, nämlich in der Gruppenphase gegen Berlin. Allerdings war ihre Gegnerin da die Chinesin He Zhuojia gewesen – und die spielte wie vom anderen Stern. Doch auf diesem Niveau konnte ihr Shan heute nicht begegnen. 11:8, 12:10, 10:12, 11:8 hieß es am Ende des Matchs zugunsten von Diaconu, Metz hatte ausgeglichen.
Griesel bleibt cool und bringt eastside erneut in Führung
Und nun musste mit der 19-jährigen Mia Griesel Berlins jüngste Spielerin in die Box, die gegen die international ein gutes Stück erfahrenere Russin Mariia Tailakowa zeigen musste, ob sie auch unter hohem psychologischen Druck bestehen kann. Doch man ahnte es bereits im Vorfeld, sie konnte. Sie hatte ja auch im Halbfinalkrimi in Tarnobrzeg gegen die namhafte Portugiesin Fu Yu gar keine Nerven gezeigt und sensationell gewonnen. Und in den Bundesliga-Play-offs am laufenden Band brilliert. Eigentlich unvorstellbar, dass Griesel letzte Saison noch Zweitligaspielerin war und nun die Elite des Kontinents das Fürchten lehrt.
Doch das Duell mit Tailakova war kein Kindergeburtstag, die 24-jährige Russin verlangte der jungen deutschen Nationalspielerin alles ab. Der erste Satz ging klar verloren, dann war Griesel auf Betriebstemperatur und gewann die Sätze zwei und drei mit 11:5 und 11:6 deutlich. Aber der Widerstand ihrer Gegnerin war längst noch nicht gebrochen. Tailakova konnte ausgleichen, es ging in den Entscheidungssatz. Die Berlinerin zeigte sich unbeeindruckt und hatte die besseren Lösungen parat: 6:3 für Griesel und 2:1 für den ttc berlin eastside. „Mia spielte taktisch perfekt gegen Tailakova und hat wirklich stark gekämpft“, lobte Sabina Surjan ihre Mitspielerin.
Surjan mit Gala-Auftritt gegen Diaconu
Nun hoffte man natürlich, den Sack mit 3:1 zumachen zu können, was nach dem Reglement der ETTU ungleich besser ist als ein 3:2 – und eine knappe Niederlage war ja als Möglichkeit auch noch nicht vom Tisch.
Für das ersehnte 3:1 musste Sabina Surjan im Spitzeneinzel allerdings Adina Diaconu schlagen, die fraglos als Favoritin an den Tisch ging. Keiner hatte erwartet, dass die Berlinerin ihre Gegnerin klar beherrschen würde, doch genau das war der Fall. Surjan spielte grandios auf, zeigte ihr bestes Saisonspiel, machte fast alle Bigpoints und ließ die Rumänin auf der anderen Seite des Tischs kaum zum Durchatmen kommen. 11:5, 11:8, 11:7 – Diaconu konnte selbst kaum fassen, wie chancenlos sie war. „In meinem Spiel gegen Adina passte einfach alles“, so der knappe Kommentar einer über das ganze Gesicht strahlenden Sabina Surjan.
Das Wunschergebnis war erreicht, es durfte gejubelt werden. Nun gilt es, in einer Woche im lothringischen Metz nochmals hoch fokussiert und mit ungebrochener kämpferischer Moral zur Sache zu gehen. Dann sollte der Titelgewinn eigentlich gelingen, auch wenn man bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben sollte.
„Haben gerade einen unheimlichen Lauf“:
Kommentar von eastside-Manager Andreas Hain
„Irgendwie haben wir gerade einen unheimlichen Lauf! Wir überperformen seit Wochen und es macht so einen unheimlichen Spaß. Jetzt hoffen wir natürlich, dass dies zumindest mal bis nächste Woche anhält. Also Kompliment an unser Team, wir haben Sabina Surjan am Wochenende gegen Dachau geschont und das hat sich heute voll ausgezahlt. Total fokussiert in beiden Matches, hat sie gegen Lutz zunächst die Nerven behalten und dann im zweiten Spiel gegen Diaconu gar nichts anbrennen lassen. Das war sicher ihre beste Leistung im Trikot des ttc eastside, vielleicht sogar ever. Und Mia, die gewinnt einfach weiter, als wäre das völlig normal, in einem Champions-League-Finale zu stehen und eigentlich sogar gewinnen zu müssen. Auch „Nana“ hat keineswegs enttäuscht, wie werden ihr Spiel analysieren und dann mal schauen, wie es nächste Woche ausgeht. Wir müssen in Metz genauso alles raushauen, denn alle Matches sind keine Selbstläufer und können auch leicht verloren gehen. Das hat man ja in Polen gesehen, wie sich das Blatt werden kann. Wir sind gewarnt und es kann ganz schnell gehen, dass man am Ende nichts gewinnt. Also alles offen, auf ein Neues in Metz!“.
ttc berlin eastside – Metz TT 3:1
- Sabina SURJAN – Charlotte LUTZ 3:2 (11:4, 11:8, 5:11, 8:11, 6:3)
- Xiaona SHAN – Adina DIACONU 1:3 (8:11, 10:12, 12:10, 8:11)
- Mia GRIESEL – Mariia TAILAKOVA 3:2 (3:11, 11:5, 11:6, 6:11, 6:3)
- Sabina SURJAN – Adina DIACONU 3:0 (11:5, 11:8, 11:7)
eastside demontiert Titelverteidiger Tarnobrzeg und zieht ins Champions League Finale ein
Tarnobrzeg. Nach der 1:3-Hinspiel-Niederlage und dem verletzungsbedingten Ausfall von Nina Mittelham fuhr der ttc berlin eastside als krasser Außenseiter zum Halbfinal-Rückspiel der Chmpions League nach Polen zum Titelverteidiger Tarnobrzeg. Doch wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Aufgrund einer sensationellen Leistung hochverdient, gewannen die Hauptstädterinnen das Rückspiel mit 3:0 und das anschließende Golden Match mit 2:0 und haben nun im Finale die große Chance, zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte Europas Thron zu besteigen.
Das Unmögliche möglich gemacht: Klasseleistung von Shan, Surjan und Griesel
Seien wir ehrlich: Fast alles sprach vor dem Rückspiel im Halbfinale der Champions League beim Titelverteidiger gegen den ttc berlin eastside. Eine 1:3-Niederlage in eigener Halle war auszubügeln, zudem der verletzungsbedingte Ausfall von Weltklassespielerin Nina Mittelham irgendwie zu kompensieren. Doch die Hauptstädterinnen präsentierten sich in Polen beim Königsklassen-Gewinner der letzten drei Jahre wie aus einem Guss, mit einer Entschlossenheit und Fokussierung, wie es nur selten gelingt. Anders formuliert: Wer vor der Partie nicht wusste, was das ominöse Sieger-Gen sein soll, wusste es danach zu 100 Prozent, sofern er die denkwürdige Partie live miterlebt hatte.
Dermaßen mit dem Rücken zur Wand zu stehen und dem in noch stärkerer Besetzung als im Hinspiel angetretenen Gegner von fünf Matches nicht ein einziges zu überlassen – das war mehr als nur spektakulär, es war ohne Übertreibung eine grandiose Leistung, ein toller Auftritt, wie er nur ganz, ganz selten gelingt. Zwölf Sterne von zehn möglichen – klingt absurd, doch genau so war es an diesem ereignisreichen Freitagabend in Tarnobrzeg.
Es war genau jene unfassbar starke, geschlossene Teamleistung, die wir im Vorbericht geradezu beschworen haben – im Wissen, dass etwas Außergewöhnliches passieren musste, um das Ding noch zu rocken. Besser kann sich eine Mannschaft nicht präsentieren. Und diesmal traf man, im Gegensatz zum Hinspiel, sogar die Aufstellung des Gegners richtig gut, ja geradezu perfekt
Shans Auftaktsieg als Türöffner
Das Auftaktmatch von Shan Xiaona gegen ihre Nationalmannschaftskollegin Han Ying passte schon einmal optimal, da Shan sehr gut und sicher gegen Abwehr agiert und das Spiel von Han aus dem Effeff kennt. Dennoch gewinnt man ein solches Match natürlich nicht im Schlaf: Berlins Penholder-Ass konnte eine 2:0-Satzführung vorlegen, ihre Gegnerin kam danach mächtig auf, konnte jedoch den 3:1-Erfolg der Berlinerin nicht verhindern, die heute viel besser aufgelegt war als im Hinspiel. Dieser Sieg war eine Art Türöffner, denn er zeigte dem Gästeteam, dass tatsächlich etwas gehen könnte in der „Höhle des Löwen“.
Surjan verdirbt Samara den Abend
Doch zunächst einmal musste Sabina Surjan gegen die Rumänin Elizabeta Samara bestehen, Tarnobrzegs beste Spielerin beim ersten Duell vor vier Wochen. In der Weltrangliste steht Samara fast 100 Plätze vor Surjan, doch liegt ihr das Spiel der 25-jährigen Linkshänderin aus Serbien nicht sonderlich gut, was sich auch diesmal bestätigte. Zwar ging der erste Satz noch deutlich an Samara, doch dann fand Surjan immer besser ins Match hinein und bog das Spiel mit 3:1 noch recht deutlich zu ihren Gunsten um.
Griesel lässt erfahrenes Penholder-Ass alt aussehen
2:0 für Berlin, nun schien alles möglich, doch die junge Mia Griesel, die sich zu Saisonbeginn gewiss nicht hätte träumen lassen, dass sie einige Monate später im Halbfinale der Champions League spielen würde, musste gegen Tarnobrzegs erfahrenste Spielerin, die portugiesische Penholder-Spezialistin Fu Yu, an den Tisch. In der Theorie eine kaum lösbare Aufgabe. Doch nur in der Theorie. Griesel, die in letzter Zeit zahlreiche Glanzlichter in der Bundesliga gesetzt hatte, spielte einfach ihr Spiel und suchte unbekümmert ihre Chance gegen die in China geborene 46-Jährige. Und die erhielt sie. Zwar ging der Eröffnungssatz mit 7:11 verloren, doch dann war die 19-jährige Jungnationalspielerin des DTTB auf voller Betriebstemperatur und entschied die Durchgänge zwei und drei knapp zu ihren Gunsten. Ihre Gegnerin egalisierte und die polnischen Fans glauben, dass Fu Yu im Entscheidungssatz die junge Deutsche überrollen würde. Doch das Gegenteil war der Fall, die routinierte Favoritin wurde immer nervöser, während Griesel erstaunlich unaufgeregt und hoch fokussiert blieb und ihrer Gegnerin in dem entscheidenden Kurzsatz nur einen einzigen Punkt überließ. Wahnsinn: 3:0, das Golden Match war erreicht!
Auch im Golden Match: Aufstellung perfekt getroffen, eastside-Asse in Galaform
Und dann begann das Pokerspiel um die Aufstellung erneut und abermals traf Berlin voll ins Schwarze. Surjan durfte wieder gegen Samara an den Tisch und Shan erneut gegen Han. Folglich hätte auch Griesel wieder gegen Fu spielen müssen, wenn es zum dritten Match gekommen wäre. Der Tischtennisgott schien an diesem Abend wahrlich Berliner zu sein.
Zunächst einmal war freilich nur die Aufstellung des Gegners zum zweiten Mal perfekt getroffen, doch die Aufstellung ist die eine Sache, es aber in der Drucksituation des Golden Matchs, in dem jeweils ein einziger Satz alles entscheidet, umzusetzen, eine andere. Doch auch das funktionierte mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks und die Gesichter der Zuschauer wurden lang und länger.
Zudem flatterten beim Gegner nun die Nerven, die Angst, das vor der Partie schon sicher Geglaubte nun zu verlieren, war spürbar. Der ttc eastside dagegen hatte nur etwas zu gewinnen. Surjan und Shan zeigten gar keine Nervosität und blieben hoch konzentriert, sodass fast folgerichtig beide Matches recht deutlich gewonnen wurden – Surjan besiegte Samara mit 11:6, Shan Han gar mit 11:4 -, sodass das dritte Match gar nicht mehr gespielt werden musste. Ein sensationeller Coup war geglückt und es durfte ausgelassen gefeiert werden.
„Chance von einem Prozent zu 100 Prozent genutzt“: Berliner Stimmen zum Halbfinal-Triumph
Im Hinblick auf die strategischen Herausforderungen, vor denen man stand, erklärte Sabina Surjan: „Ich denke, Tarnobrzeg hat im Hinspiel sehr clever gespielt. Sie haben Ying Han auf die dritte Position gesetzt, um gegen mich zu spielen. Außerdem spielt Samara immer hervorragend gegen Shan, sodass unser Team große Probleme hatte.“ Doch das war ja nicht alles. „Schon vor dem Start waren wir in einer schlechten Position, da wir verletzungsbedingt ohne Nina Mittelham spielen mussten“, so Surjan weiter. „Wir hatten zu Hause 1:3 verloren und wussten, dass wir 3:0 oder 3:1 gewinnen mussten, um überhaupt die Chance zu bekommen, ins Golden Match zu kommen.“ Doch man habe, mit dem Rücken zur Wand stehend, eine sensationelle Leistung geboten. Surjan lässt das Geschehen Revue passieren: „Im Eröffnungsspiel zeigte Shan eine hervorragende Leistung – es war ein fantastisches Spiel. Ich hatte keinen guten Start und verlor den ersten Satz gegen Samara mit 5:11, aber dann steigerte ich mich, passte mich ihrem Niveau an und konnte die Kontrolle übernehmen. Mia Griesel war absolut fantastisch. Sie musste fünf Sätze absolvieren, konnte aber gewinnen und so eine sehr gefährliche Situation verhindern, in der das Spiel noch über die volle Distanz hätte gehen können. Und im Golden Match hatten Shan und ich nochmal dieselben Gegnerinnen, auf die wir uns vorher ja schon gut eingestellt hatten, und es lief perfekt. Wir sind sehr, sehr glücklich!“.
„Objektiv betrachtet hatten wir vor dem Spiel eine Chance von einem Prozent, tatsächlich den Sprung ins Finale zu schaffen. Dieses eine Prozent haben wir im Match dann aber zu 100 Prozent genutzt“, so Surjans strahlende Teamkollegin Shan. „Anders als im Hinspiel haben wir alles optimal getroffen, zuerst die Aufstellung genauso, wie wir es gehofft hatten. In den einzelnen Begegnungen haben wir drei dann perfekt geliefert. Ganz großes Kompliment an Mia, wie sie gegen Fu Yu gespielt und die Nerven behalten hat. Im fünften Satz eine Fu Yu mit 6:1 zu dominieren, muss man als 19-Jährige erst einmal schaffen. Im Moment sind wir überglücklich. Heute Abend wird gefeiert, morgen ausgeschlafen und ab Sonntag bereiten wir uns auf die Play-offs gegen Kolbermoor vor.“
Abschließend das Urteil von Manager Andreas Hain: „Ich hatte doch gesagt, wenn wir die richtigen Matches treffen, dann haben wir auch mit dieser Mannschaft eine Chance. Wie haben lange überlegt, und hatten immer gewusst, dass wir nur in dieser Konstellation gewinnen können. Sabina hat gegen Samara bisher immer gewonnen und Nana gewinnt auch normal immer gegen Han Ying. Mia hatte einmal 0:4 gegen Fu Yu verloren, aber alle Sätze waren damals knapp. Wir wollten Tarnobrzek mit 2:0 unter Druck setzen und so auch Fu Yu, die nicht so nervenstark ist, den höchstmöglichen Druck mitgeben. Das hat Mia dann gnadenlos ausgenutzt. Kompliment! Im Golden Match haben wir spekuliert, dass Han Ying nicht wieder auf eins spielt und haben es dann erneut top getroffen. Also lief wirklich alles, wie wir es erhofft hatten. Die Mannschaft hat ohne Ausnahme abgeliefert und der ttc eastside hatte wieder einmal eine Sternstunde in der Champions League! Jetzt freuen wir uns auf die Finalspiele und hoffen, dass Nina bis dahin fit wird. Aber auch ohne Nina ist bei uns immer alles möglich!“.
Finalgegner kommt aus Frankreich
Tarnobrzeg hatte in den Jahren 2019, 2022, 2023 und 2024 Europas Königsklasse gewonnen. 2022 bezwangen die Polinnen im Finale eben jenen ttc eastside, gegen den sie nun ausgeschieden sind. Berlin hat bereits fünfmal die Champions League gewonnen – 2012, 2014, 2016, 2017 und 2021. Gelingt nun der große Coup mit dem sechsten Titelgewinn, kann man vier Jahre nach dem letzten großen Triumph erneut Europas Thron besteigen? Doch erst einmal muss man die beiden Endspiele überstehen. Die beiden möglichen Gegner aus Frankreich gelten zwar nicht als ganz so stark wie Tarnobrzeg, doch so gut wie heute in Polen kann auch der ttc berlin eastside nicht alle Tage spielen. Und ob Nina Mittelham bis dahin wieder zur Verfügung stehen wird, ist auch offen. Im Finale trifft das Team aus der Haupstadt jedenfalls auf den Sieger des anderen Halbfinales zwischen Metz TT und Saint-Quentin TT. Das Hinspiel endete mit einem knappen 3:2-Heimsieg für Saint-Quentin, das Rückspiel in Metz findet am 28. April statt. In drei Tagen wissen wir folglich, wie Berlins Finalgegner heißt.
Halbfinal-Rückspiel
KTS ENEA SIARKOPOL Tarnobrzeg – ttc berlin eastside 0:3
- Ying HAN – Xiaona SHAN 1:3 (7:11, 7:11, 11:7, 10:12)
Elizabeta SAMARA – Sabina SURJAN 1:3 (11:5, 7:11, 7:11, 8:11)
Fu YU – Mia GRIESEL 2:3 (11:7, 11:13, 9:11, 11:7, 1:6)
Golden Match
KTS ENEA SIARKOPOL Tarnobrzeg – ttc berlin eastside 0:2
- Elizabeta SAMARA – Sabina SURJAN 6:11
Ying HAN – Xiaona SHAN 4:11
Halbfinal-Hinspiel (28.03.)
ttc berlin eastside – KTS ENEA SIARKOPOL Tarnobrzeg 1:3
- Nina MITTELHAM – Natalia BAJOR 3:1 (6:11, 14:12, 11:5, 11:9)
Xiaona SHAN – Elizabeta SAMARA 1:3 (5:11, 9:11, 11:7, 3:11)
Sabina SURJAN – Ying HAN 0:3 (4:11, 6:11, 6:11)
Nina MITTELHAM – Elizabeta SAMARA 2:3 (11:9, 7:11, 11:8, 3:11, 4:6)
Beitrag: Dr. Stephan Roscher/eastside
Halbfinale Champions League - Hinspiel
Tarnobrzeg eine Nummer zu groß – zumindest an diesem Abend
ttc berlin eastside vs. KTS Enea Tarnobrzeg 1:3
Jetzt wird es ganz schwer. Verloren ist noch nichts, doch um nach der 1:3-Niederlage gegen Titelverteidiger Tarnobrzeg im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Freitagabend in der „Heyse25“ den Bock im Rückspiel am 25.04. noch umzustoßen, wird es einer Top-Leistung des kompletten Berliner Teams bedürfen.
Der Finaleinzug ist nur noch über das Golden Match zu schaffen. Dazu müssen Nina, Nana und Sabina laut Reglement mit 3:1 oder 3:0 gewinnen. °Wir sollten die Flinte auf keinen Fall ins Korn werfen. Spielerisch haben wir das Potenzial auf jeden Fall, ein Golden Match zu erzwingen," glaubt eastside Präsident Alexander Teichmann.
Die Enttäuschung im Team des ttc eastside war am Ende groß, hatte doch alles so gut begonnen. Wunschgemäß hatte eine Nina Mittelham in guter Form die Polin Natalia Bajor, in der ITTF-Weltrangliste derzeit auf Position 71 geführt, in vier Sätzen geschlagen und ihr Team vor der begeisterten Kulisse in Führung gebracht.
Doch leider konnten ihre Teamkolleginnen Xiaona Shan und Sabina Surjan, die beide mehr können, als sie am Freitagabend zeigten, nicht in Mittelhams Fußstapfen treten, wobei man natürlich auch die überragende Form in Rechnung stellen muss, in der sich Shans erste Gegnerin, die rumänische Weltranglisten-31. Elizabeta Samara, in der Hauptstadt präsentierte. Mit 5:11, 9:11, 11:7 und 3:11 unterlag die deutsche Penholder-Spielerin am Ende doch ziemlich klar. Überhaupt nicht mit dem gekonnten Defensivspiel von Han Ying zurecht kam Berlins Serbin Sabina Surjan, der in keinem Satz mehr als sechs Punkte gelangen.
Somit stand Nina Mittelham in ihrem zweiten Match gegen Samara schon mächtig unter Druck, denn es galt, die drohende 1:3-Niederlage zu verhindern – der zweite Punkt für ihr Team wäre so wichtig gewesen, schon eine 2:3-Niederlage eröffnet laut Reglement für das Rückspiel weitaus bessere Chancen als ein 1:3. Und bei einem Sieg Mittelhams hätte der Gastgeber ja auch noch mit 3:2 gewinnen können. Doch der Punkt musste her – und es glückte nicht. Zweimal legte die 27-jährige Deutsche im spannendsten Match des Abends eine Satzführung vor, zweimal egalisierte Samara. Im Entscheidungsdurchgang, der in der Königsklasse als Kurzsatz gespielt wird, kam Mittelham zwar noch auf 4:5 heran, konnte jedoch anschließend den sechsten Punkt ihrer Gegnerin nicht verhindern, die danach überglücklich zu Protokoll gab: „Es war ein verrücktes Match mit so vielen tollen Ballwechseln.“
Zur Partie generell meinte Samara: „Es war ein sehr schwieriges Spiel, aber wir waren so motiviert. Wir wollten unbedingt gewinnen. Was mich noch glücklicher macht, ist, dass wir den Zuschauern wirklich gutes Tischtennis gezeigt haben. Es war ein großartiges Spiel mit tollen Ballwechseln, ein spannendes Spiel. Wir haben mit so viel Selbstvertrauen gespielt.“
Berlins Manager Andreas Hain sieht die Lage gar nicht so hoffnungslos. „Im Match gegen Tarnobrzeg war klar, dass es bei der von den Gästen gewählten Mannschaftsaufstellung vier Spiele auf Augenhöhe geben würde“, so Hain. „Lediglich Sabina Surjan gegen Han Ying war ein relativ chancenloses Match für uns. Alle anderen Parteien waren 50/50-Spiele. Leider konnte nur Nina Mittelham die Partie gegen Bajor gewinnen und verlor unglücklich im fünften Satz mit 4:6 gegen Samara. Wir sind also nicht chancenlos und werden dann mal schauen, ob wir beim Rückspiel das nötige Glück auf unserer Seite haben. Insgesamt haben wir ein tolles Match gesehen und die rund 300 Zuschauer erlebten herausragenden Tischtennissport!“.
Ergebnisse ttc berlin eastside – KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg 1:3
- Nina MITTELHAM – Natalia BAJOR 3:1 (6:11, 14:12, 11:5, 11:9)
- Xiaona SHAN – Elizabeta SAMARA 1:3 (5:11, 9:11, 11:7, 3:11)
- Sabina SURJAN – Ying HAN 0:3 (4:11, 6:11, 6:11)
- Nina MITTELHAM – Elizabeta SAMARA 2:3 (11:9, 7:11, 11:8, 3:11, 4:6)
Das andere Halbfinal-Hinspiel endete mit einem 3:2-Erfolg von Saint-Quentin TT im französischen Duell gegen das Team von Metz TT.
Text: Dr. Stephan Roscher / eastside
Freitag, 28. März, 18.30 Uhr - Halbfinale Champions League - Hinspiel
ttc berlin eastside vs. KTS Enea Tarnobrzeg
Außenseiter eastside will Titelverteidiger ein Bein stellen
Der fünfmalige Champions-League-Sieger ttc berlin eastside hat nun einen echten Hochkaräter vor der Brust. Im Halbfinale duelliert man sich mit dem Titelverteidiger KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg – die Polen haben Europas Thron insgesamt bereits viermal bestiegen, davon die letzten drei Jahre in Folge. Am Freitag steigt das mit großer Spannung erwartete Hinspiel im Berliner Tischtennistempel „Heyse25“. Für den ttc eastside, der den Titel zuletzt in der Saison 2020/2021 an die Spree holte, ist dieses Spiel der (vorläufige) absolute Saisonhöhepunkt.
Nach einem Jahr Pause kämpft der Hauptstadt-Klub erneut um den prestigeträchtigsten Vereinstitel Europas. Zunächst muss das Team um Deutschlands Nummer 1, NIna Mittelham, versuchen, das Halbfinale meistern. Eine richtig hohe Hürde, da der Gegner extrem stark ist. Eine echte Hausnummer und gewiss das Beste, was Europas Mannschaftstischtennis zu bieten hat. Die Polen, die seit Jahren zur Créme de la créme in Europas Königsklasse gehören, ließen vor fünf Wochen im Viertelfinal-Rückspiel gegen den italienischen Vertreter ASD Quattro Mori beim 3:0 keinen Zweifel aufkommen – im Hinspiel hatte man sich lediglich knapp mit 3:2 durchgesetzt. Im Rückspiel feierte die deutsche Nationalspielerin Han Ying nach ihrer Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback.
Zehn Siege in elf Spielen, nur die Nummer neun ging daneben
Acht Partien hatte berlin eastside vor dem etwas haarigen Viertelfinale bereits in Europas Königsklasse bestritten, vier im Qualifikationsturnier in eigener Halle, vier in der Gruppenphase. Achtmal ging man als Sieger vom Tisch, fast immer deutlich, lediglich im letzten bedeutungslos gewordenen Gruppenspiel gegen Hodonin machte man es mit einem 3:2 ein wenig spannender. Es folgten die Spiele Nummer neun und zehn, ja inklusive Golden Match, das als eigenes Spiel zählt, sogar noch die Nummer elf. Nummer neun ging in die Hose, in Cartagena kassierte man ein unerwartetes 1:3. Bei Nummer zehn in heimischer Halle war man wieder voll im Bilde und siegte im Rückspiel mit 3:0. Das Golden Match anschließend war nichts für schwache Nerven, die Berlinerinnen behielten mit 2:1 die Oberhand.
Nun steht also die zwölfte Partie auf dem Programm – Nummer 13, das Rückspiel, wird erst am 25. April in Polen ausgetragen. Doch die Weichen Richtung Finale werden am Freitagabend in Berlin gestellt.
Die beiden Rekordmeister der Königsklasse treffen aufeinander – Tarnobrzeg hat den prestigeträchtigen Wettbewerb nur einmal weniger gewonnen als die Berlinerinnen und ist auf der Jagd nach dem fünften Titel, es wäre der vierte in Folge. Das Team um die spielstarke Rumänin Elizabeta Samara und die erfahrene portugiesische Penholder-Spielerin Fu Yu sowie natürlich das deutsche Defensiv-Ass Han Ying und Natalia Bajor gilt als Favorit, doch das will in einem Halbfinale wenig heißen.
„Ambitionierter Außenseiter mit kleiner Chance“: Andreas Hain äußert sich zum Halbfinal-Showdown
„Gegen Tarnobrzeg sind wir sicherlich klarer Außenseiter, rechnen uns aber schon auch eine kleine Chance aus“, betont Andreas Hain. „Wenn man ein Match des Halbfinales mit 3:1 oder 3:0 gewinnen kann, ist man schon einmal im „Goldenen Match“ und da ist alles möglich. Unser Ziel ist es deshalb, im Heimspiel am Freitag alles zu geben und so vielleicht die Überraschung zu schaffen.“ Man möchte so wenig wie möglich dem Zufall überlassen und legt Sondertrainingseinheiten im Westerwald ein. „Wir werden uns sehr intensiv gemeinsam in Grenzau im dortigen Tischtennis-Zentrum vorbereiten und dann mal schauen, was wir am Freitag abrufen können“, so Hain. Fünf Spielerinnen sind spielberechtigt, man hat also die Qual der Wahl, da man lediglich ein Trio benötigt: „Nina Mittelham, Xiaona Shan, Sabina Surjan, Mia Griesel und Josi Neumann stehen zur Verfügung und auch unsere Japanerin Yuka Kaneyoshi, die in der Champions League nicht einsatzberechtigt ist, stellt sich in den Dienst der Mannschaft und ist mit Ihrem Abwehrspiel wichtig zur Vorbereitung auf die Matches gegen Han Ying auf der polnischen Seite.“ Hain und mit ihm der gesamte Hauptstadtklub setzen nicht zuletzt auf die Fans: „Wir werden unser Halle in einen echten Hexenkessel verwandeln und eine Centercourt-Atmosphäre schaffen. Wir immer bei Champions-League-Spielen rechnen wir mir vielen Fans und hoffen so auf ein tolles Spiel. Für uns ist dieses Spiel der - vorläufige - Saisonhöhepunkt!“.
In einem rein französischen Semifinale kämpfen die Teams aus Sain-Quentin und Metz um den Einzug ins Finale.
HALB - FI - NA - LE
Erst das 3:0 (9:0 Sätze) … dann das 2:1 im Golden Match
Nina Mittelham, Xiaona Shan und Sabina Surjan dominieren Cartagena und ziehen verdient ins Halbfinale der Champions League ein. „Wir freuen uns auf Tarnobrzeg … aber jetzt feiern wir erst einmal „ein bißchen“, sagt eine strahlende Sabina, nachdem sie den Golden Point im Golden Match verwandelt hatte und damit für ihr Team endgültig den Gesamtsieg über Cartagena klar gemacht hatte.
14. Februar 2025 · 18.30 Uhr · Champions League Viertelfinale
ttc berlin eastside vs. UCAM Universidad Cartagena
Nur das „Golden Match“ kann eastside retten
Nach dem herben 1:3 in Cartagena steht eastside im Rückspiel gegen die Spanierinnen unter enormen Zugzwang. Den direkten Einzug ins Halbfinale der Champions League können die Hauptstädterinnen nicht mehr schaffen. Nina, Nana & Co. haben nur dann eine Chance, wenn sie zuerst im Rückspiel mit 3:0 oder 3:1 siegen und dann im direkten Anschluss das sogenannte „Golden Match“ gewinnen. „Insgesamt haben wir in Cartagena nicht unsere beste Leistung geboten. Wir wissen, dass wir mehr können und das werden wir im Rückspiel vor unserem Publikum zeigen. Ich bin von der Klasse und der Moral unserer Spielerinnen überzeugt und weiß, dass sie besonders unter Druck ihr bestes Tischtennis abrufen können. Zusammen mit den Fans haben wir in Berlin so manchen großen Champions League Abend erlebt und scheinbar aussichtslose Begegnungen gedreht. Die Zeit ist reif für das eastside-Valentinstag-Wunder," meint Präsident AlexandeTeichmann.
Die Ausgangssituation
In der K.o-Phase der Champions League qualifiziert sich das Team für die nächste Runde, das in Hin- und Rückspiel die meisten Punkte sammelt.
Punkte werden wie folgt vergeben:
A.) 3 Punkte für den Sieger eines 3:0 oder 3:1 Spiels
B.) 2 Punkte für den Sieger eines 3:2 Spiels
C.) 1 Punkt für den Verlierer eines 2:3 Spiels
D.) 0 Punkte für den Verlierer eines 0:3, 1:3 Spiels oder bei Nicht-Antreten.
Steht es nach Hin- und Rückspiel unentschieden, entscheidet das sogenannte „Golden Match“ über den Sieger der Partie.
Vor dem Rückspiel hat Cartagena 3 Punkte auf seinem Konto, eastside 0 Punkte.
Nur mit einem 3:1 oder 3:0 Sieg können wir ein Unentschieden erzwingen.
Das Golden Match
10 Minuten nach Ende der regulären Begegnung startet das Golden Match.
Das Match geht über maximal 3 Spiele (Sätze) im Modus „Best of 3“.
Der Club der 2 Spiele (Sätze) gewinnt, ist Sieger der Begegnung.
Die Aufstellung ist frei wählbar, während der Spiele (Sätze) gibt es kein Time Out.
Wenn nicht jetzt, wann dann! Seid Ihr dabei?
„Cartagena hält alle Trümpfe in der Hand und hat eine starke Mannschaft. Wir haben Respekt, aber keine Angst. Wir haben uns in diese Situation gebracht, jetzt werden wir alles daran setzen, dass der Abend für eastside, unsere Fans und alle, die an uns glauben, mit einem Valentinstag Happy End endet“, verspricht Berlins Nummer 1 Nina Mittelham.
Alle Voraussetzungen für ein hochklassiges, spannendes Damen-Tischtennis-Match auf höchstem internationalem Niveau mit allen Zutaten für „Drama“ sind gegeben. Seid Ihr dabei?
ECLW Viertelfinale - Rückspiel
Freitag, 14. Februar 2025 · 18:30 Uhr
ttc berlin eastside vs. UCAM Universidad Cartagena
TT-Dome (GT-Halle) · Paul-Heyse-Straße 25 · 10407 Berlin
Champions League Viertelfinale
UCAM Cartagena vs. ttc berlin eastside 3:1
Das Halbfinale ist in weite Ferne gerückt
Im Viertelfinal-Hinspiel bei UCAM Cartagena setzte es eine deutliche 1:3 Niederlage. Deutschlands Nummer 1, Nina Mittelham, fand im Auftakt-Match gegen die Spanierin Maria Xiao kein Rezept und unterlag glatt in drei Sätzen.Xiaona Shan startete im zweiten Match furios gegen Sofia Xian Zhang furios: Der erste Satz ging mit 11:2 an Nana. Hoffnung keimte bei Team eastside auf, alles schien nun seinen geplanten Verlauf zu nehmen. Doch Zhang kämpfte sich zurück ins Match und holte in den folgenden Sätzen in den entscheidenden Momenten immer die Big Points - und sicherte folgerichtig auch den zweiten Punkt für das spanische Team.
Wollte eastside nicht sang- und klanglos in Südspanien untergehen und damit auch vorzeitig den Traum vom Einzug ins Halbfinale begraben, musste die an Nummer 3 aufgestellte Sabina Surjan unbedingt ihr Match gegen Yao Li gewinnt. Zu Beginn des ersten Satzes schien Sabina dem Druck nicht gewachsen zu sein. Schnell lag sie 3:9 zurück. Doch dann riss sie das Spiel an sich, holte 8 Punkte in Folge und die 1:0 Satzführung. Ebenso umkämpft waren die Sätze 2 und 3. Beide Male zeigte die Serbin in Diensten des ttc ihre gute Form der letzten Wochen und ihr gewachsenes Selbstbewusstsein. Ihr glatter 3:0 lies Hoffnung in den Reihen der Berlinerinnen und ihrer Fans zu Hause am Live-Stream und -Ticker aufkeimen.
Jetzt lag es an Nana, dem Match eine Wende zu Gunsten von eastside zu geben. „Leider habe ich im ersten Satz eine 7:3 Führung verspielt und konnte im vierten Satz drei Satzbälle nicht nutzen", bedauerte Nana ihre Niederlage gegen Maria Xiao, die gleichzeitig den 3:1 Sieg für Cartagena besiegelte.
„Natürlich sind wir im Moment enttäuscht. Wir hatten uns ein besseres Ergebnis ausgerechnet. Jetzt haben wir im Rückspiel ein sehr, sehr dickes Brett zu bohren. Ich bin allerdings zu einhundert Prozent von der Qualität unserer Spielerinnen überzeugt. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir gerade in der Champions League aussichtslose Spiele zu Hause gedreht haben. Mit unseren Fans im Rücken können wir den Sprung ins Halbfinale schaffen," so die Aussage von eastside Präsidenten Alexander Teichmann.
Die Einzelergebnisse im Überblick
Maria XIAO – Nina MITTELHAM 3:0 (11:2, 11:4, 11:5
Sofia Xuan ZHANG – Xiaona SHAN 3:1 (2:11, 11:7, 11:9, 11;8)
Yao LI - Sabina SURJAN0:3 (9:11, 10:12, 9:11)
Maria XIAO – Xiaona SHAN 3:1 (12:10, 11:7, 3:11, 13:11)
Die übrigen Viertelfinal-Hinspiele17.01. Saint-Quentin TT (FRA) – Linz AG Froschberg (AUT) 0:319.01. ASD Quattro Mori (ITA) – KTS Enea Siarkopol Tarnobrzeg (POL) 2:319.01. Metz TT (FRA) – Étival ASRTT (FRA) 3:1
Der Weg ins Finale
Cartagena Gegner im viertelfinale
Gegner im Viertelfinale ist UCAM Cartagena (ESP)
Im Viertelfinal trifft eastside auf UCAM Cartagena. Damit kommt es zu einem schnellen Wiedersehen. Bereits im Qualifikationsturnier Anfang September in Berlin kreuzten die beiden Teams die Klingen. Damals siegten die Berlinerinnen 3:0. Allerdings gewannen Yaping Ding und Xiaona Shan ihre Einzel erst knapp in den Entscheidungssätzen und Cartagenas dritte Spielerin Silvija Erdelji musste ihr Spiel verletzungsbedingt abschenken. „Uns erwartet keine leichte, aber dennoch lösbare Aufgabe“, kommentiert Alexander Teichmann die Auslosung.
Die genauen Termine stehen noch nicht fest. Das Hinspiel in Cartagena wird zwischen dem 17. und 19. Januar 2025 stattfinden, das Rückspiel tragen wir in Berlin zwischen dem 14. und 16. Februar aus.
eastside zieht ungeschlagen in die K.o-Runde ein
Mia legt Grundstein für 3:2 Sieg über Hodonín
Gegner im Viertelfinale ist UCAM Cartagena (ESP)
Hier die Einzelergebnisse:
Mia GRIESEL – Karin GROFOVA 2-3 (7-11, 13-11, 9-11, 15-13, 5-6)
Mingyang SUN – Sakura MORI 3-1 (11-9, 9-11, 16-14, 11-4)
Josephina NEUMANN – Solomiya BRATEYKO 2-3 (11-4, 12-14, 3-11, 11-5, 3-6)
Mia GRIESEL – Sakura MORI 3-2 (9-11, 11-1, 5-11, 11-9, 6-4)
Mingyang SUN – Karin GROFOVA 3-0 (11- 9, 11-7, 11-6)
Metz TT vs. ttc berlin eastside 0:3
eastside vorzeitig Gruppensieger und zieht ins CL-Viertelfinale ein
Nach einem starken Auftritt des ttc berlin eastside am Freitagabend in Metz, der mit einem 3:0-Sieg belohnt wurde, steht der fünfmalige Champions-League-Gewinner vorzeitig als Gruppensieger fest und hat das Viertelfinal-Ticket gelöst.
Eine Shan Xiaona in Galaform ließ zum Auftakt der Russin Mariia Tailakova beim 11:8, 11:5 und 11:1 keine Chance. Zwischen Nina Mittelham und der überraschend aufgebotenen Französin Charlotte Lutz entwickelte sich ein spannendes Match mit einem Happyend für die Weltranglisten-22. aus Deutschland. Zweimal konnte Lutz Satzführungen vorlegen. Im Entscheidungsdurchgang, der in der Königsklasse als Kurzsatz gespielt wird, wehrte Nina einen Matchball ab und gewann denkbar knapp mit 6:5.
Nervenstark präsentierte sich schließlich auch Sabina Surjan. Die Linkshänderin aus Serbien und die Luxemburgerin Sarah De Nutte lieferte sich ein enges Duell – und auch dieses ging mit einem Punkt Unterschied im „Decider“ an den amtierenden Deutschen Meister. De Nutte hatte zuvor eine 2:0-Satzführung Surjans egalisieren können.
Der ttc berlin eastside ist damit nach dem dritten Erfolg im dritten Spiel in Gruppe B nicht mehr einzuholen, weder von Metz, noch von dem tschechischen Team aus Hodonin, das noch ohne Sieg ist.
Sabina war rundum zufrieden: „Zunächst waren wir überrascht, dass Diaconu nicht gespielt hat, sondern Metz stattdessen mit Lutz an zwei angetreten ist. Nana hat auf überragendem Niveau und unglaublich fokussiert gespielt, Mariia hatte keine Chance. Ninas Match gegen Lutz war ein Kracher, Charlotte war phasenweise sehr gefährlich, doch Nina hat ihre ihre ganze Erfahrung genutzt, um uns mit 2:0 in Führung zu bringen. Mein Match gegen De Nutte hatte zwei verschiedene Hälften: In den ersten beiden Sätzen habe ich fast fehlerfrei gespielt, doch dann ist es bei mir nicht mehr so gut gelaufen und ich habe einige Fehler gemacht, wie sie mir eigentlich nicht passieren dürfen. Im Entscheidungssatz habe ich dann 2:4 und 4:5 zurückgelegen, konnte es aber zum Glück noch herumreißen.“
eastside-Trainer Jens Ruland war von den Leistungen seines Trios angetan: „Nana macht das gegen Tailakova im ersten Match taktisch und spielerisch überragend und nach dem 1:0 ist Metz natürlich direkt mächtig unter Druck. Das scheint Charlotte Lutz aber nicht sonderlich gestört zu haben, denn sie liefert Nina einen wirklich guten Kampf. Nina zeigt aber in den wichtigen Momenten ihre ganze Klasse und behält im Decider (Entscheidungssatz, Anm. d. Red.) die Nerven. Schließlich Sabina gegen De Nutte wie schon letzte Woche in der Bundesliga spielerisch auf hohem Niveau und ebenfalls in den entscheidenden Phasen voll da. Das war nichts für schwache Nerven. Am Ende steht es dann 3:0 für uns, ein Ergebnis, das wir uns letztlich redlich verdient haben. Wir sind als kompakte Einheit aufgetreten, ich kann mal wieder nur den Hut vor der Leistung der Spielerinnen ziehen. Das Zwischenziel Viertelfinale ist erreicht. Jetzt gilt es, den Schalter sofort umzulegen und den Fokus direkt wieder auf die Bundesliga zu legen, wo wir bereits am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Weil die nächste schwere Aufgabe vor der Brust haben.“
„Gut, dass wir heute schon das Viertelfinal-Ticket gelöst haben. Jetzt freuen wir uns auf das letzte Gruppenspiel gegen Hodonin. Wir können ohne Druck am 4. Adventssonntag (22.12.) das Match genießen, auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken und uns gemeinsam mit unseren treuen Fans auf das Weihnachtsfest einstimmen. Alle, die dann zum Spiel kommen, dürfen sich jetzt auf eine kleine Überraschung freuen," verspricht Nina Mittelham.
Die letzten Spiele in Gruppe B:
13.12.2024 - 18 Uhr - Metz TT vs. SKST Hodonin
22.12.2024 - 11 Uhr - ttc berlin eastside vs. SKST Hodonin
Platz | Verein | Begeg. | Spiele | Punkte |
1 | ttc berlin eastside e.V. | 3 | 9:2 | 6 |
2 | Metz TT | 3 | 4:6 | 4 |
2 | SKST Plus Hodonin | 2 | 1:6 | 2 |
Nochmals zur Erinnerung: in der Champions League erhält auch der Verlierer einer Partie einen Punkt. Unsere Mannschaft hat somit jetzt schon mindestens 7 Punkte sicher und ist somit nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.
Die TT-Fans in Berlin und Brandenburg dürfen sich also jetzt bereits auf einen interessanten Gegner in der K.O.-Phase und spannende, hochklassige Partien freuen.
eastside in Champions League weiter auf Erfolgskurs
3:1 Sieg in Hodonin
Der ttc berlin eastside hat auch sein zweites Spiel in der Gruppenphase der europäischen Königsklasse recht souverän gewonnen, wenngleich Gastgeber Hodonin gut dagegenhielt und dem Hauptstadtklub das Leben nicht leicht machte. Letztlich setzte sich beim 3:1-Erfolg in Tschechien aber die spielerische Klasse des fünfmaligen Champions-League-Siegers durch, bei dem besonders Shan Xiaona, die zweimal erfolgreich war, und Nina Mittelham zu gefallen wussten.
Mittelham und Shan in guter Champions-Form
Nina Mittelham machte kurz vor Beginn des WTT Champions in Frankfurt den Anfang. Die Weltranglisten-22. sah sich mit der ukrainischen Linkshänderin Solomiya Brateyko konfrontiert, den Bundesliga-Fans noch bestens bekannt aus ihrer Zeit beim SV DJK Kolbermoor. Mittelham sorgte mit einem souveränen Auftritt in vier Sätzen für das beruhigende 1:0, wobei die deutsche Nationalspielerin nur im dritten Durchgang etwas aus dem Rhythmus kam, alle anderen Sätze wurden klar gewonnen mit 11:6 oder höher.
Shan Xiaona bestätigte im Anschluss ihre ansteigende Formkurve. Gegen die kämpferisch sehr starke Tschechin Karin Grofova ließ die aktuelle Nummer 42 des internationalen Rankings nichts anbrennen, auch wenn sich das Geschehen zwei Sätze lang auf Augenhöhe abspielte. Dann jedoch hatte die Deutsche ihre Gegnerin recht gut im Griff.
Anschließend kam die 18-jährige Mia Griesel zu ihrer eastside-Premiere. In den ersten beiden Sätze war Mia`s Respekt vor der Situation und ihrer renomierten Gegnerin spüren. „Mit Nina und Nana aufzulaufen, die Klänge der deutschen Nationalhymne zu hören und dann bei 2:0 für uns gegen Partyka in die Box zu gehen war schon eine besondere Herausforderung. In den ersten beiden Sätzen wollte ich vielleicht zu viel. Nachdem die ersten beiden Sätzen weg waren hatte ich eh nichts mehr zu verlieren. Nina und Nana haben mich besonders in der Pause vor Satz 3 aufgebaut und mich bei jeden gewonnenen Punkt nach vorne gepusht". Und plötzlich lief es wie am Schnürchen: Mia schaffte den Satzausgleich. Die Hoffnungen waren nach einem 11:4 und 11:5 in den Sätzen drei und vier groß, dass Mia tatsächlich den Sack zum 3:0 für Berlin würde zumachen können. Doch im Entscheidungsdurchgang, der in der Champions League als Kurzsatz gespielt wird, hatte Partyka hauchdünn mit 6:5 das bessere Ende auf ihrer Seite. Die junge Deutsche kann indes die Bestätigung mitnehmen, dass sie auf diesem hohen Niveau durchaus bereits mithalten kann. „Wir haben Mia ins kalte Wasser geworfen, sie hat uns Vertrauen mehr als bestätigt und gezeigt, dass sie auch auf diesem Niveau schon „mitschwimmen“ kann,“ so Alexander Teichmann, der mit dem Team in Hodonin war.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dachte sich Shan und packte gegen Brateyko, die lediglich den dritten Satz gewinnen konnte, den Berliner Sieg in trockene Tücher.
„Stolz auf das Team“
Obwohl eastside-Trainer Jens Ruland das Geschehen krankheitsbedingt nicht die Reise nach Tschechien antreten konnte, fieberte er am Livestream mit. „Natürlich bin ich stolz auf das Team“, so Ruland. „Auch Mia hatte aus meiner Sicht ein gelungenes Debüt, selbst wenn es für sie am Ende nicht ganz gereicht hat. Der Erfolg bringt uns unserem Zwischenziel Viertelfinale natürlich ein gutes Stück näher.“
Einzelergebnisse
SKST Plus Hodonin – ttc berlin eastside 1:3
Solomiya BRATEYKO – Nina MITTELHAM 1:3 (6-11, 6-11, 14-12, 4-11)
Karin GROFOVA – Xiaona SHAN 1:3 (11-8, 9-11, 7-11, 7-11)
Natalia PARTYKA – Mia GRIESEL 3:2 (11-8, 11-5, 4-11, 5-11, 6-5)
Solomiya BRATEYKO – Xiaona SHAN 1:3 (7-11, 7-11, 11-9, 8-11)
So geht's weiter in der Champions League
Am 15. November tritt eastside zum Rückspiel in Metz an (Hinspiel 3:1 für eastside). Mit einem Sieg in Frankreich könnte das Hauptstadtteam den Einzug in die k.o.-Runde vorzeitig klar machen.
Am 13. Dezember steht das Match Hodonin vs. Metz auf dem Programm – das Hinspiel konnten die Franzosen mit 3:0 für sich entscheiden.
Die endgültige Entscheidung über den Gruppensieg und die Platzierung in Gruppe B fällt am 22. Dezember im Rückspiel gegen Hodonin in Berlin.
Bericht: Dr. Stephan Roscher / ttc berlin eastside
Bilder: © ttc berlin eastside
Erfolgreiches Comeback in der Champions League
3:1 Sieg gegen Metz TT
Ein Einstand nach Maß, der Lust auf mehr – viel, viel mehr – gemacht hat. Nach der souverän gemeisterten Qualifikation für Stage 2 der European Champions League Women vor einem Monat, ist der fünfmalige Königsklassen-Gewinner ttc berlin eastside am Sonntagabend erfolgreich in die Gruppenphase gestartet. Gegen das hoch gehandelte Team aus Metz, das – neben den Berlinerinnen – als Mitfavorit auf den Gruppensieg gilt, konnte man im Auftaktspiel von Gruppe B vor heimischer Kulisse in der „Heyse25“ einen überzeugenden 3:1-Sieg einfahren.
Vor dem Spiel gab Nina die Parole „Wiedergutmachung“ aus. Im Januar 2023 hatte Metz TT den damaligen Favoriten eastside im Viertelfinale aus dem Wettbewerbe geworfen.
Überragend bei der „Mission Wiedergutmachung“ die 25-jährige Chinesin Zhuojia He, die bei ihrem Debüt im eastside-Dress großes Tischtennis zeigte und mit ihrer druckvollen Rückhand ihren beiden Gegnerinnen Mariia Tailakova und Adina Diaconu nicht den Hauch einer Chance ließ. Das war Tischtennis vom Feinsten von der Silbermedaillen-Gewinnerin der World Tour Grand Finals 2018, die allerdings nur in der Königsklasse für den ttc eastside startberechtigt ist. Ihr Wahnsinns-Auftritt ließ in der Halle die Frage aufkommen, wer He in diesem Wettbewerb überhaupt schlagen kann.
Erfreulich verlief auch das Comeback von Nina Mittelham nach zweimonatiger Verletzungspause, die die international sehr erfahrene Luxemburgerin Sarah de Nutte ohne Satzverlust in Schach halten konnte, dabei aber mächtig zu kämpfen hatte. Lediglich bei Xiaona Shan lief es noch nicht optimal, die der Rumänin Diaconu unterlag.
Nach dem Match lobte Berlins Trainer Jens Ruland seine Mannschaft in den allerhöchsten Tönen: „Das war der Einstieg in die Gruppenphase, den wir uns gewünscht haben. Das Ergebnis sieht deutlich aus, wobei man aber bedenken muss, dass Zhuojia und Nana erst am Abend bzw. in der Nacht vor dem Match aus China anreisen konnten und Nina ihren ersten Wettkampf seit ihrer Verletzung bei Olympia gespielt hat. Umso größer fällt das Kompliment aus, das ich meiner Mannschaft machen muss. Mit He Zhuojia haben wir nun eine weitere absolute Top-Spielerin im Kader. Das war Weltklasse. Diaconu und Tailakova sind ja wirklich etablierte Spielerinnen, hatten aber nicht wirklich eine Chance gegen He. Nina ist auf einem guten Weg und kann mit ihrem Comeback sicher zufrieden sein. Sie arbeitet im Moment sehr hart. Mein besonderer Dank geht aber an Nana, die sich an der unbequemen Position zwei in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Gegen Diaconu hat nur das berühmte Quentchen gefehlt. Das kann ohne Jetlag sicher anders aussehen, wie ihr Match gegen Bernadette Szöcs in China ja gezeigt hat. Schließlich Josi, die zwar nicht zum Einsatz kam, aber ihre Funktion zu 100 Prozent erfüllt und so ihren Teil beigetragen hat. Nun richtet sich unser Augenmerk direkt auf das nächste Spiel Anfang November in Hodonin, wo wir den nächsten Schritt in Richtung Viertelfinale machen wollen.“
Und Nina? „Wir haben als Mannschaft gut funktioniert. Zhuojia hat dazu nicht nur spielerisch ihren Teil beigetragen. Der Funke ist sofort übergesprungen. Nach der langen Wettkampfpause bin ich mit meinem Auftritt zufrieden. Ich konnte schmerzfrei spielen, die intensive Arbeit in der Reha hat sich ausgezahlt. Schön, dass wir den ersten Schritt in Richtung „Wiedergutmachung“ so sicher gemacht haben. Mit dieser Einstellung müssen wir auch in die nächsten Spiele gehen und jetzt auch keinen Fall überheblich werden! In Hodonin, aber auch in Metz erwartet uns ein euphorisiertes Publikum, dass ihre Spielerinnen nach vorne pusht. Wir müssen immer daran denken, dass wir erst gewonnen haben, wenn auf der Anzeigentafel die „3“ auf unserer Seite steht. Für diese Binsenweisheit werfe ich gern 5€ ins Phrasenschwein", warmt Deutschlands aktuelle Nummer 1.
Einzelergebnisse
ttc berlin eastside – Metz TT 3-1
Zhuojia HE – Mariia TAILAKOVA 3-0 (11-1, 11-5, 11-5)
Xiaona SHAN – Adina DIACONU 0-3 (10-12, 12-14, 8-11)
Nina MITTELHAM – Sarah DE NUTTE 3-0 (11-9, 15-13, 12-10)
Zhuojia HE – Adina DIACONU 3-0 (11-4, 11-6, 11-7)
Infobox & Terminvorschau:
eastside geht in Gruppe B mit Metz TT (Frankreich) und SKST Plus Hodonin (Tschechien) an den Start.
Ausgetragen werden die Spiele zwischen dem 6. Oktober und dem 22. Dezember.
Die nächste Partie der Hauptstädterinnen findet am 01.11. in Hodonin statt.
Die weiteren Gruppentermine:
15.11. Rückspiel in Metz,
22.12. Rückspiel gegen Hodonin in Berlin.
Beitrag: Dr. Stephan Roscher/ ttc berlin eastside
© Bilder: (1) = Lutz H. Basch | (2) Ronny Pabst
Vorschau
Champions League – Jetzt wird es ernst!
ttc berlin eastside vs. Metz TT
6. Oktober 2024 – 18.00 Uhr
Nach der souveränen Qualifikation für die Hauptrunde der Champions League wird für eastside jetzt ernst.
Im ersten Spiel der Gruppenphase geht es am 6. Oktober gegen Metz TT. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das Team aus dem Nordosten Frankreichs immer ein äußerst unangenehmer Gegner die Berlinerinnen war.
Ironie des Schicksals mag sein, dass es ausgerechnet Metz war, das eastside im Januar 2023 im Viertelfinale aus der Champions League gekegelt hat. Auf einen knappen 3:2 Heimsieg folgte damals eine ernüchternde 1:3 Niederlage in Metz.
„Wir haben definitiv etwas gut zu machen“, meinen Nina und Nana, die damals dabei waren. „Unser Blick geht nach vorne, wir wollen mit einem Sieg in die Gruppenphase starten!“
Nach einem Jahr Abstinenz von der Königsklasse (oder sollte es in diesem Fall nicht „Königinnenklasse" heißen?) ist die Vorfreude auf die Champions League Saison riesig. Gerade in Kombination mit unserer runderneuerten Halle, einem echten Schmuckkästchen, dürfen wir uns in der „Heyse25“ sicher einige Tischtennis-Leckerbissen freuen.
„Unseren Kontrahentinnen aus Metz blicken wir mit dem gebotenen Respekt entgegen. Mit Mariia Tailakowa, Charlotte Lutz, Adina Diaconu und Sarah de Nutte verfügt Metz über ein gut besetztes Team, das zudem sehr ausgeglichen ist, was natürlich im taktischen Bereich einige Varianten ermöglicht. Dementsprechend müssen wir von Beginn an hellwach sein.
Nichtsdestotrotz gehen wir natürlich mit der klaren Zielsetzung ins Rennen, die Punkte in Berlin zu halten. Dabei werden wir unserer Linie aus der Qualifikation treu bleiben und uns zunächst einmal auf uns und unsere eigene Leistung fokussieren. Wenn wir es schaffen, von Beginn an mit der notwendigen Konzentration und Einstellung zu agieren und alle Spielerinnen ihr vorhandenes Potential ausschöpfen, können wir dem Spiel mit einigem Optimismus entgegensehen.
Dabei können sich unsere Fans auf das Beste freuen, was unser Kader aktuell zu bieten hat. Neben unseren bewährten Kräften Xiaona Shan und Nina Mittelham (auf deren Comeback nach Verletzung wir uns wahnsinnig freuen), wird mit He Zhuojia auch erstmals unser Neuzugang aus China im Kader stehen.
Wir freuen uns dementsprechend auf einen tollen Tischtennis -Abend in der Heyse25 und hoffen natürlich auf die lautstarke Unterstützung unserer Fans", so die Analyse von eastside Coach Jens Ruland.
Champions League wir kommen!
eastside überzeugt mit vier Siegen
Yaping Ding „Spielerin des Turniers"
Zweimal 3:0, zweimal 3:1: Optimale Ausbeute des fünfmaligen Champions-League-Siegers ttc berlin eastside beim Qualifikationsturnier in seiner schmucken Tischtennis-Arena „Heyse25“ im Sportkomplex Paul-Heyse-Straße. Als souveräner Sieger der Gruppe B steht man damit in Gruppenphase 2.
Nach den beiden lockeren Auftaktsiegen am Samstag, wurden die Gegner am zweiten Turniertag wie erwartet stärker, doch auch diese Herausforderung meisterten die Berlinerinnen, obwohl es für den erhofften Einsatz von Nina Mittelham noch nicht ganz gereicht hatte. Vor allem glänzten sie durch Team Spirit und Geschlossenheit sowie stabile Nerven in den engen Phasen.
ttc berlin eastside – UCAM Cartagena TM 3:0
Es war das vorweggenommene Gruppenendspiel, genau wie erwartet. Cartagena hatte mit der Chinesin Qi Fei und der in China geborenen Spanierin Sofia-Xuan Zhang zwei sehr starke Spielerinnen an Bord, doch ein großes Handikap. Die dritte im Bunde, Silvija Erdelji, musste ihre sämtlichen Matches im Turnier verletzungsbedingt abschenken, eine vierte Spielerin war nicht mitgereist. Doch die Berlinerinnen wollten nur auf sich selbst schauen im Vertrauen auf die eigene Qualität und sich nicht zu viele Gedanken über die Gegnerinnen machen – und blieben dieser Linie konsequent treu.
Das packende Auftakt-Duell zwischen Defensivkünstlerin Ding Yaping und Qi Fei war nicht nur ein wahrer Krimi, sondern das wohl sehenswerteste Match des gesamten Turniers und spielte sich auf ganz hohem Niveau ab. Die Chinesin in Diensten der Spanier führte zwischenzeitlich mit 2:1 Sätzen, doch die erfahrene Berlinerin steckte nie auf, schaffte den Satzausgleich und hatte dann im Entscheidungssatz, in der Champions League als Kurzsatz gespielt, mit 6:5 die Nase vorn. Eine ganz wichtige Führung für die Berlinerinnen, zumal auch das nächste Spiel sehr eng war. Mit 2:0 Sätzen legte Sofia-Xuan Zhang gegen Shan Xiaona vor, doch die deutsche Nationalspielerin kämpfte sich heran, kam zum Satzausgleich und hatte dann im fünften Durchgang deutlich Oberwasser (6:1). 2:0 für Berlin, mit etwas Pech hätte es auch 0:2 stehen können. Und das war schon der Sieg, da ja nun Silvija Erdelji an der Reihe gewesen wäre, die ihr Match gegen Sabina Surjan abschenken musste.
Einzel-Ergebnisse ttc berlin eastside - UCAM Cartagena TM
ttc berlin eastside – TT Moravsky Krumlov 3:1
Der Schlusspunkt und das i-Tüpfelchen. Die Tschechinnen gingen nach zwei Siegen und einer Niederlage nochmals hochmotiviert in die Partie, da sie noch eine Chance auf das Weiterkommen besaßen. Es wurde eine spannende, umkämpfte Partie, erneut sehenswert für die Zuschauer.
Der ttc eastside legte vor: Ding Yaping punktete gegen die 25-jährige Französin Anais Salpin, die gar nicht schlecht gegen Abwehr spielt, in vier Sätzen. Sabina Surjan, am ersten Tag etwas „wackelig“, war nun an der Reihe. Ihre Gegnerin war die 28-jährige Russin Ekaterina Chernyavskaya. Es wurde ein Match auf Augenhöhe, in dem drei Sätze erst in der Verlängerung entschieden wurden. Im Entscheidungsdurchgang zeigte Berlins Serbin die besseren Nerven und gewann mit 6:2 zur wichtigen 2:0-Führung ihres Teams. Josi Neumann musste anschließend gegen die Materialspielerin Kaushani Nath an den Tisch. Eine überaus schwierige Aufgabe, da das Spiel der Inderin, insbesondere die Rückhand, sehr gewöhnungsbedüftig ist. Die junge Deutsche schaffte es – nach zweimaligem Satzrückstand – in den Entscheidungsdurchgang, doch da hatte ihre Gegnerin das bessere Ende für sich. Somit musste Ding nochmals ran, die gegen Chernyavskaya zwar einen Satz einbüßte, ansonsten aber das Match dominierte: 11:5, 8:11, 11:5, 11:3.
Der Einzug der Berlinerinnen in Gruppenphase 2 (Stage 2) war damit endgültig in trockenen Tüchern. Vier Spiele, vier Siege, 12:2 Sätze – viel mehr geht kaum.
„Kompakte Teamleistung, überragende Yaping“
Turnierfazit von eastside-Trainer Jens Ruland
„Das Turnier hatte im Endeffekt den Charakter, den wir erwartet hatten“, so eastside-Trainer Jens Ruland. „Kein Selbstläufer, aber für uns doch ganz massiv mit der Zielsetzung verbunden, uns zunächst zu qualifizieren und im besten Fall die Gruppe zu gewinnen. Das haben wir geschafft und das haben wir uns auch verdient.“
Ruland war rundum zufrieden: „Ich muss allen meinen Spielerinnen ein Riesenkompliment machen. Der Kampfgeist des gesamten Teams war unglaublich. Gerade nachdem klar war, dass es für Nina noch nicht ganz reicht, wussten wir, dass es an diesem Wochenende nur über eine kompakte Teamleistung geht. Dazu haben alle ihren Teil beigetragen. Natürlich muss Yaping aber auch gesondert erwähnt werden. Das war überragend.“
Stage 2: Berlin trifft auf Metz und Hodonin
Cartagena sicherte sich den zweiten Platz in Gruppe B mit drei Siegen und einer Niederlage und kam ebenfalls weiter. In Gruppe A behaupteten sich die Französinnen von Saint-Denis 93 TT (4:0) sowie das serbische Team TTC Novi Sad (3:1).
Die im Anschluss an das letzte Match des Tages vorgenommene Zulosung der vier Qualifikanten in die Stage 2-Gruppen ergab, dass der ttc berlin eastside in Gruppe B mit Metz TT (Frankreich) und SKST Plus Hodonin (Tschechien) an den Start gehen wird. Immerhin kann man damit den starken Teams aus Linz-Froschberg und Tarnobrzeg einstweilen aus dem Weg gehen. Ausgetragen werden die Partien der Gruppenphase zwischen dem 4. Oktober und dem 22. Dezember.
Dazu Jens Ruland: „Mit unserer Gruppe bin ich nicht unzufrieden. Natürlich sind Metz und Hodonin sehr gute Mannschaften, aber ich sehe uns hier absolut auf Augenhöhe und das Viertelfinale als nächstes Etappenziel.“
Ausgewählte Videoclips vom Turnier gibt es HIER
So geht es weiter
Für die Gruppenphase hat die ETTU das Zeitfenster zwischen dem 4. Oktober und dem 22. Dezember 2024 bestimmt und folgenden Spielplan festgelegt:
Datum | Beginn | Ergebnis | |||
06.10.2024 | 18:00 Uhr | ttc berlin eastside | vs | Metz TT | 3:1 |
01.11.2024 | 18:00 Uhr | SKST Plus Hodonin | vs | ttc berlin eastside | 1:3 |
15.11.2024 | 19:30 Uhr | Metz TT | vs | ttc berlin eastside | 0:3 |
22.12.2024 | 11:00 Uhr | ttc berlin eastside | vs | SKST Plus Hodonin | 3:1 |
Text: Dr. Stephan Roscher
eastside startet in der Champions League
Qualifikationsturnier für die Gruppenphase am 7. & 8. September in Berlin
• eastside erwischt schwere Gruppe
Nach einem Jahr Abstinenz ist es endlich wieder soweit! eastside geht in der neuen Saison in der Champions League an den Start und macht Jagd die Europas Krone. Zunächst aber muss sich der fünfmalige Champions League Sieger für die Gruppenphase qualifizieren. Keine leichte Aufgabe, wie die Auslosung am 20. Juli ergeben hat.
Das bescheidene Abschneiden in der Saison 2022/23 mit dem Aus im Viertelfinale und die Nichtteilnahme in der vergangenen Spielzeit haben dazu geführt, dass eastside sich über den Umweg eines Qualifikationsturniers für die Gruppenphase der Women's European Champions League qualifizieren muss.
Qualifikationsturnier in der „Heyse25“
7. & 8. Berlin
Paul-Heyse-Straße 25 · 10407 Berlin
„Wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir das Quali-Turnier nach Berlin holen konnten. Zehn europäische Spitzenteams an einem Wochenende – mehr kann man Tischtennis-Fans und Sportbegeisterten zum Saisonauftakt nicht bieten. Unsere neue Halle, die „Heyse25“ wie sie unsere Fans mittlerweile nennen, ist optimal für solche TOP Veranstaltungen ausgelegt. Nachdem uns die Heyse25 beim Endspurt um die Deutsche Meisterschaft Glück gebracht hat, wollen wir von hier aus den Angriff auf die Champions League 2025 starten," so die Hoffnung von eastside-Präsident Alexander Teichmann.
Die Mannschaften spielen in zwei Gruppen um die vier offenen Plätze, die an die beiden Gruppenersten vergeben werden.
Die Auslosung hat folgende Einteilung ergeben:
Hier der komplette Spielplan mit zehn Top-Spiele an jedem Turniertag!
Tickets jetzt online bestellen!
Karten für das Qualifikationsturnier gibt es ab sofort im eastside Ticket Shop
>hier klicken<.
Die Tageskarte kostet 12 €, ermäßigt 9 €.
Ihr könnt zwischen dem 7. oder dem 8. September wählen und Euch an jedem Tag auf zehn Top-Spiele auf internationalem Spitzenniveau freuen.
Die Turnierkarte für kostet 20 €, ermäßigt 15 €.
Die Karte gilt für das gesamte Qualifikationsturnier-Wochenende (7. und 8. September). Die Karte ist übertragbar!
Vom ersten Aufschlag am Samstag Vormittag bis zum letzten Matchball am Sonntag Abend seid Ihr live dabei, erlebt 20 Matches und unterstützt Euren ttc berlin eastside auf dem Weg in die nächste Champions League Runde.
Und so geht es weiter:
Die vier Berliner Qualiikaten werden in folgende Gruppen zugelost:






































































